Uns das Stadion, der Polizei den Dom!

Wir fordern hiermit das Präsidium und die anderen Gremien des FC St. Pauli auf, die Eingliederung der Polizeiwache (Domwache) in den Neubau der Gegengerade abzuwenden und stattdessen gemeinsam mit Stadt und Polizei eine Alternativlösung umzusetzen, die allen Beteiligten gerecht wird. Wir wissen, dass es Szenarien gibt, welche eine neue Wache an der Stelle der bisherigen Domwache vorsehen.
 
Das Stadion ist für Mitglieder, Fans und die Gäste da, die wir uns aussuchen. Gerade als Stadtteilverein und in Zeiten steigender Mieten im Umfeld ist eine Aufgabe dieser Flächen unverantwortlich. Zudem stellt sich uns die Frage: Warum muss ein Sportverein überhaupt der Polizei eine Wache finanzieren, die über ein Minimalmaß der Lizenbedingungen von DFB/DFL hinausgeht?
 
Eine Wache in der Gegengeraden wird niemandem Freude machen – dem Verein nicht, der Polizei nicht und den Fans auch nicht.
 
Ein Museum z. B. dagegen sehr: die Stadt hätte eine neue Attraktion, der Verein eine weitere Einnahmequelle und das Stadion eine einem Sportverein entsprechende Nutzung. Die Umsetzung eines attraktiven Museums an anderen Stelle erscheint uns unmöglich.
 
Wir wissen auch, dass die Umsetzung nicht einfach ist, aber: wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Absprachen und Verträge aus der Vergangenheit sind keine unabänderlichen Naturgesetze, sondern verhandelbar. Wir erwarten einen transparenten Prozess und klare Aussagen. Dazu gehört auch, die involvierten Angestellten u.a. der Millerntor-Stadionbetriebsgesellschaft (MSB) entsprechend anzuweisen und an einer Umsetzung der Vereinsvorgaben zu messen.
 
Es ist möglich, also macht es möglich. Dafür seid ihr gewählt und dafür würde man Euch in Erinnerung behalten.
 
Sozialromantiker St.Pauli und alle Unterzeichnenden

Juni 2012
 

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Fragen und Antworten:
  • Ich hätte gerne mehr Infos zum Stadionbau und zum Thema Polizeiwache, wo kann ich welche finden?
    Einige Informationen finden sich in der 2. Veröffentlichung der AG Stadionbau vom 04.05.2012. Dort wird auch genauer auf verschiedene weitere negative Aspekte der aktuell geplanten Umsetzung der Polizeiwache eingegangen.
  • Wo die Polizei ist, ist mir eigentlich egal, aber ein Museum wäre schon toll. Warum geht das nirgendwo anders?
    Ein Museum benötigt ein gewisses Maß an Fläche. Die von Vize-Präsident Bernd Spies in der Zeitung genannten 400qm, die aktuell reserviert seien, sind in jedem Fall viel zu wenig für eine attraktive und damit auch langfristig wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung. Die Anmietung einer externen Fläche in passender Lage dürfte viel zu teuer werden, ganz abgesehen von der Schwierigkeit, überhaupt eine zu finden.
  • Aber können wir uns ein Museum überhaupt leisten, ist das nicht einfach nur Romantik, ein”nice-to-have”?
    Neben den “romantischen” Aspekten einer angemessenen Präsentation der interessanten und facettenreichen Vergangenheit des Vereins und indirekten Wirkungen in den BereichenImage und PR gibt es natürlich auch wirtschaftliche Faktoren. Ein Museum wird natürlich nie eine absolute Goldgrube sein, aber halbwegs profitabel sollte es sich schon umsetzen lassen. Das HSV-Museum hat rund 60.000 Besucher pro Jahr; in Anbetracht der wesentlich attraktiveren Lage des Millerntors im “Touri-Viertel” St. Pauli und der auch von der von der Vereinsführung oft beschworenen überragenden Sympathie- und Bekanntheitswerte des Vereins im In- und Ausland dürfte das mit einem attraktiven Angebot zu übertreffen sein. Sollten von jedem Besucher 5 Euro beim Verein bleiben, wären das im Jahr immerhin Einnahmen jenseits der 300.000 Euro, hinzu kommen Seiteneffekte wie Einkäufe im Fanshop, Besuch des Clubheims oder Teilnahme an Stadionführungen.
  • Sind die Sozialromantiker die einzigen, die das kritisieren?
    Ganz im Gegenteil. Intern gab es von vielen Vereins- und Fangremien wiederholt starke Kritik und die Aufforderung, eine alternative Lösung umzusetzen. Öffentlich gab es u.a. Artikel im Übersteiger und diversen Fanzines sowie Aktionen verschiedener Gruppen im Stadion. Wir möchten mit unserem Aufruf diese Stimmen unterstützen, da auf der Baustelle sehr offensichtlich Fakten geschaffen werden und die Zeit für die Umsetzung einer Alternative davonläuft.
  • Warum kommen die Fans jetzt erst so spät mit ihrer Kritik, die Gegengerade steht doch schonhalb?
    Spätestens mit der 1. Veröffentlichung der AG Stadionbau vom 27.09.2011 wurde die Kritik öffentlich, unseren Informationen nach aber von selbiger intern bereits Mai 2011 schriftlich dem Verein mitgeteilt. Dazu kommen die oben erwähnten Stellungnahmen anderer Gruppen und Gremien. Zudem sollte man die Frage stellen, warum Vereinsführung und maßgebliche Mitarbeiter nicht schon deutlich früher und aus eigener Überlegung heraus aktiv geworden sind.
  • War das Thema Stadionbau und Polizeiwache nicht auch Thema auf der JHV 2011?
    In der Tat brachte ein Vereinsmitglied den Antrag ein, den Bau der Gegengerade ummindestens ein Jahr und bis zur Lösung verschiedener Probleme (insbesondere das derPolizeiwache) zu verschieben. Ihm wurde von der Vereinsführung zugesichert, dass bereitsan der Lösung aller von ihm aufgeführten Problemen intensiv gearbeitet würde. Aufgrund der schwer abschätzbaren Folgen einer Verschiebungsentscheidung und im Vertrauen auf diese Zusagen zog er den Antrag zurück, obwohl er durchaus große Aussicht auf Erfolg gehabt hätte.

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