{"id":182,"date":"2011-01-21T17:41:28","date_gmt":"2011-01-21T17:41:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialromantiker-stpauli.de\/wordpress\/?p=182"},"modified":"2011-04-30T22:38:45","modified_gmt":"2011-04-30T22:38:45","slug":"vom-vertrauen-und-vermissen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sozialromantiker-stpauli.de\/wordpress\/?p=182","title":{"rendered":"Vom Vertrauen und Vermissen"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Sozialromantiker, liebes Pr\u00e4sidium,<\/p>\n<p>mit Spannung haben wir das Treffen des St\u00e4ndigen Fanausschusses mit dem Pr\u00e4sidium abgewartet.<\/p>\n<p>Wir waren nicht anwesend bei diesem Gespr\u00e4ch.<br \/>\nWir hatten angek\u00fcndigt, dass wir nicht mehr reden wollen.<br \/>\nWir wollten Taten.<br \/>\nSichtbare, nachvollziehbare und sp\u00fcrbare Taten.<\/p>\n<p>Wir haben uns die Ergebnisse dieses Treffens angeh\u00f6rt, diskutiert und um die richtige Reaktion gerungen.<br \/>\nDas war nicht leicht.<br \/>\nDenn sie musste einem Faktor gerecht werden, der sich schwer diskutieren l\u00e4sst.<br \/>\n<strong>Dem Faktor Vertrauen. <\/strong><\/p>\n<p>Doch gehen wir erst einmal ein paar Tage zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wir waren begeistert von den vielen Menschen im Stadion, die \u00e4hnliche Gedanken zur Zukunft unseres Vereins haben wie wir. Die Fans des FC Sankt Pauli haben Ideen entwickelt, sich engagiert und Ihre Meinung ge\u00e4u\u00dfert.<br \/>\nOb in Blogs, Foren, Leserbriefen.<br \/>\nOb bei Gespr\u00e4chen, Treffen oder Aktionen.<br \/>\nDie Fanszene ist sich selten so nahe gewesen.<\/p>\n<p>Wir alle zusammen haben erreicht, dass sich Ver\u00e4nderungen in unserem Sinne andeuten und dass die Fanszene sich wieder so gezeigt hat, wie wir alle sie lieben und brauchen &#8211; als kritische, kreative und lautstarke Fanszene.<\/p>\n<p>Doch die Ver\u00e4nderungen, die jetzt im Gespr\u00e4ch zwischen St\u00e4ndigen Fanausschuss und Pr\u00e4sidium von diesem angedeutet wurden, taugen nicht, um sich zufrieden zur\u00fcck zu lehnen.<\/p>\n<p>Wir haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass von Stefan Orth als\u00a0 vom &#8222;Ganzen&#8220;, von uns allen zusammen gesprochen wurde und nicht in Lagern gedacht wird. Positiv ist , dass Selbstkritik ge\u00e4u\u00dfert wurde und Verbesserungen in der Kommunikation und Bewertung von Marketingma\u00dfnahmen geplant sind.<\/p>\n<p><strong>Wir vermissen aber konkrete Taten.<br \/>\nWir h\u00f6ren Bekenntnisse.<br \/>\nWir h\u00f6ren von Planungen.<br \/>\nAus unserer Sicht sind keinesfalls alle Forderungen der Petition gekl\u00e4rt worden. <\/strong><\/p>\n<p>Schauen wir uns ein paar Details an:<\/p>\n<p>1. Susis Show-Bar-Loge<\/p>\n<p>S. Orth sagt, Susis Loge sieht er pers\u00f6nlich nicht nur unter dem Aspekt der Ablenkung, sondern auch unter dem Gesichtspunkt des Sexismus. Sch\u00f6n und gut. Aber passieren wird nichts, was diesen Aspekt aufgreift.<br \/>\nDas verstehen wir nicht.<\/p>\n<p>Nach dem Heimspiel gegen Freiburg, wurde eine Demo auf dem S\u00fcdkurvenvorplatz abgehalten. Bei dieser Demo gab es einen Redebeitrag eines (weiblichen) Fan. Sie sagte, dass die Fanszene des FC Sankt Pauli f\u00fcr sie die sch\u00f6nste auf der Welt sei. Weil sie sich hier als Frau, nicht als Anh\u00e4ngsel f\u00fchlt,nicht mehr oder weniger akzeptiert in einer m\u00e4nnlich dominierten Fanszene. Sondern als Fan unter Fans angesehen wird und nicht als Lustobjekt.Sie war sehr &#8222;stolz&#8220; darauf, dass dies auch jedem Neufan der ans Millerntor kommt, auch genauso erkl\u00e4rt wird.<br \/>\nAber pl\u00f6tzlich k\u00f6nne sie das nicht mehr erkl\u00e4ren, weil 50 Meter weiter Frauen an Stangen tanzen und nichts anderes darstellen, als Lustobjekte. Ob angezogen oder nicht.<br \/>\nSie sind Lustobjekte. Und dieser Neufan soll sich nun anders verhalten, als die Mieter dieser Loge?<br \/>\nDas geht nicht.<br \/>\nNun also vor dem Spiel und auch danach. Angezogen. Nur w\u00e4hrend des Spiels nicht. F\u00fcr uns besteht weiterhin kein Unterschied. Wir verstehen nicht, warum in einer Loge \u00fcberhaupt in dieser Art und Weise getanzt werden muss. Egal zu welchem Zeitpunkt.<\/p>\n<p>Wir fordern daher weiterhin die K\u00fcndigung dieser Loge!<\/p>\n<p>2. Pr\u00fcfgruppe Marketing<br \/>\nWir bef\u00fcrworten eine solche Instanz. Diese macht allerdings in unseren Augen wenig bis gar keinen Sinn, wenn dort die gleichen Personen zusammensitzen, welche die letzten fragw\u00fcrdigen Aktionen durchgewunken haben oder in direkter beruflicher Abh\u00e4ngigkeit von diesen stehen. Wir w\u00fcrden es begr\u00fcssen, wenn in dieser Gruppe auch eine externe Person sitzt.<\/p>\n<p>3. Business-Seats<br \/>\n200 nicht verkaufte Business-Seats sind eine ganze Menge und wir befinden uns in der 1. Liga. Wieviele Seats bei einem Abstieg nicht verkauft werden (k\u00f6nnen) bleibt nur zu erahnen. Warum ist es nicht m\u00f6glich diese Sitze als normale Haupttrib\u00fcnenpl\u00e4tze zu verkaufen? Sind tats\u00e4chlich Finanzierungsvertr\u00e4ge abgeschlossen worden, in denen festgelegt ist, wieviele Business-Seats installiert sein m\u00fcssen?<\/p>\n<p>4. PSD-Bank-Banner an der Kita<br \/>\nWir haben jede Sympathie f\u00fcr den Kindergarten in unserem Stadion. Und wir verurteilen bestimmt keine Bank, weil sie sich engagiert f\u00fcr soziale Einrichtungen. Aber Fakt ist, dass die Ecke zwischen S\u00fcd und Haupttrib\u00fcne aussieht wie eine Sparkasse in Paderborn.<br \/>\nWenn die PSD Bank darauf besteht, einen derart gro\u00dfen Banner dort zu plazieren, fragen wir uns nat\u00fcrlich was daran wohlt\u00e4tig ist? Aber auch wenn es sich in unserer Sicht um schlichtes Sponsoring handelt, bleibt eine graue betonfarbene Wand und ein Bankbanner.<\/p>\n<p>Die Werbefl\u00e4che, in eine von den Kindern der Kita oder der Fanszene bemalte Wand zu integrieren, sollte doch m\u00f6glich sein. Und dann haben alle etwas davon. Der Sponsor hat seine Werbung platziert und zumindest diese Ecke des Stadions ist bunt wie der Stadtteil. Es w\u00e4re w\u00fcnschenswert, wenn ihr (Verein und Bank) zeitnah\u00a0 die Pestalozzi-Stiftung kontaktiert. Mopo und Co werden es medienwirksam begleiten, keine Bange.<\/p>\n<p>Dieses nur als Auswahl der Punkte, die f\u00fcr uns keineswegs gekl\u00e4rt sind.<\/p>\n<p>Wir sagen es gerne noch einmal:<\/p>\n<p>Dieser Club ist ein Juwel.<br \/>\nDas Sch\u00f6nste, was man im deutschen Fussball finden kann.<br \/>\nUnd dieser Club hat Fans, die mit ihm und euch durch die H\u00f6lle gehen und zur\u00fcck.<br \/>\nFans, f\u00fcr die dieser Club weit mehr als eine pure Herzensangelegenheit ist.<\/p>\n<p>Diese Fans &#8211; wir alle &#8211; wollen mit unseren W\u00fcnschen und auch \u00c4ngsten ernst genommen werden. Wir m\u00f6chten uns in diesem FC St. Pauli wiederfinden und wir sind bereit daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Wir wollen nicht nur Bekenntnisse, wir wollen Taten sehen. Wir wollen das Vertrauen zur\u00fcck gewinnen, dass ihr, liebes Pr\u00e4sidium, hinter uns steht und den FC St. Pauli so gestaltet, das wir uns alle in ihm wiederfinden. Daf\u00fcr bedarf es aber mehr als sch\u00f6ner Worte.<\/p>\n<p>Wir fordern daher weiter:<\/p>\n<p><strong>Setzt die obigen Punkte um!<br \/>\nZeigt uns, dass ihr so f\u00fchlt wie wir!<br \/>\nBeweist uns, dass ihr es ernst meint!<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWir verstehen, dass ihr sprechen wollt.<\/p>\n<p>Sprecht mit dem Fanladen, dem St\u00e4ndigen Fanausschuss, dem Fanclub-Sprecherrat &#8211; das sind die Vertreter der Fans. Aber redet nicht nur, tut was. Und tut es nachhaltig.<\/p>\n<p>Wir haben Verst\u00e4ndnis, dass nicht alles von heute auf morgen umzusetzen ist. Wir sind geduldig. Aber wir brauchen Signale.<br \/>\nUm zu vertrauen.<\/p>\n<p>Wir sprechen nicht f\u00fcr die Fanszene, die spricht f\u00fcr sich selbst. Lauter als wir. Und sie hat deutlich gemacht, dass Worth\u00fclsen alleine nicht mehr reichen.<\/p>\n<p>Solange ihr uns Fans nicht deutlich macht, dass wir euch vertrauen k\u00f6nnen, werdet ihr uns als kritische Geister nicht los.<br \/>\nSolange werden wir euch deutlich sagen, was wir erwarten und die Einl\u00f6sung eurer Versprechen und Ank\u00fcndigungen einfordern &#8211; zeitnah, vollumf\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Daran soll euch der Jolly Rouge erinnern, wann immer ihr ihn im Stadion wehen seht. Unser Symbol. Das Symbol einer kritischen, kreativen und lautstarken Fanszene.<\/p>\n<p><strong>BRING BACK SANKT PAULI!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Sozialromantiker, liebes Pr\u00e4sidium, mit Spannung haben wir das Treffen des St\u00e4ndigen Fanausschusses mit dem Pr\u00e4sidium abgewartet. Wir waren nicht anwesend bei diesem Gespr\u00e4ch. Wir hatten angek\u00fcndigt, dass wir nicht mehr reden wollen. Wir wollten Taten. 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